Lufteintrag bei Fasswechsel
22. September 2006 um 12:53 | In Klebstoff & Chemie, Food & Pharma | Keine KommentareAutor: Georg Senftl
Ein häufiges und sehr heikles Problem bei der Produktzufuhr aus Fässern! Werden pastöse oder hochviskose Produkte aus Fässern entnommen und einer Abfüll- oder Dosiereinrichtung zugeführt, ist es zwingend zu vermeiden, dass hier Luft ins System kommt. Schließlich will kein Anwender in seiner Klebstoffraupe eine Lücke haben, oder ein Abfüller Luft im Verkaufsprodukt haben. Nahezu alle am Markt befindlichen Systeme arbeiten mit einer Folgeplatte, die die gesamte Oberfläche des Fasses abdeckt. Diese wird entsprechend des Füllstandes nach unten gedrückt oder gezogen. Bei einem Fasswechsel besteht dabei die große Gefahr, dass Luft unter die Platte und damit in den Produktionsstrom gelangt.
Hier gibt es verschiedene Lösungsansätze, um einen Lufteintrag bei Fasswechsel zu vermeiden:
Am gängigsten ist die Methode, nach dem Wechsel per Hand oder automatisch solange Produkt abzulassen, bis man sicher ist, dass die Luft mit entweicht. Hierbei wird allerdings in den meisten Fällen eine nicht unerhebliche Menge an Produkt verworfen, was bei teueren Klebstoffen auch viel Geld kostet.
Eine andere Methode besteht darin, eine Wegwerffolgeplatte zu verwenden, in die mit Hilfe von Vakuum Produkt in dieses Wegwerfteil gesaugt wird. Auch hier geht Produkt verloren, allerdings weniger, als bei der vorgenannten Methode. Ob hier eine hundertprozentige Luftfreiheit erreicht wird, hängt sicher vom Einzelfall ab, ich persönlich habe hier aber Zweifel.
Eine weitere Methode besteht darin, nach der Fassentleereinheit über eine Inline-Entgasungsstation das Produkt zu entgasen. Wir haben hierzu bereits Stationen gebaut, die bei Produkten bis 1.000.000 mPas gut funktionieren. Der Vorteil ist, dass überhaupt kein Produkt verworfen werden muss, und neben der Luft, die bei einem Fasswechsel in das System kommt, auch die Luft, die eventuell im Produkt selbst vorhanden ist, aus dem System genommen wird. Dem gegenüber stehen allerdings die Anlagenkosten für diese Inline-Entgasungsstation.
Und zuletzt bleibt immer noch die Möglichkeit, wenn man schon Lufteinschlüsse nicht ausschließen kann, diese Luft zumindest zu detektieren, bevor fehlerhafte Bauteile großen Schaden verursachen. Hierzu gibt es verschiedene Sensorsysteme über Ultraschall, Durchflussmesser oder optische Systeme.
Welche Erfahrungen haben Sie denn als Anwender? Ich würde mich sehr über Kommentare hierzu freuen, da ich dieses Thema für sehr wichtig erachte, und nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Anwendern und Anlagenherstellern hier Verbesserungen möglich sind.