Dosieren von Lötpaste
16. März 2007 um 08:15 | In Klebstoff & Chemie | Keine KommentareAutor: Georg Senftl
Gestern war ich bei einem Serviceeinsatz mit dabei. Der Kunde dosiert Lötaste als Raupe auf ein Metallteil, Dosiermenge ca 1,5 g, und hatte eine ViscoTec-Anlage im Einsatz, die seit 7 Jahren fast problemlos lief. Die Gesamtanlage besteht aus den Komponenten Dosiersteuerung mit Dispenser und Produktzufuhr, wobei die Produktzufuhr als Rühr-Misch-System mit Evakuierung ausgeführt ist. Die Lötpaste ist nämlich mit viel Luft bzw. Gasbläschen angereichert, die durch das von einer Vakuumpumpe erzeugte Vakuum erst mal abgesaugt werden. Vor einigen Wochen hatte man dann die Schläuche und den Vorratsbehälter gereinigt, und seitdem war unser Dispenser zweimal ausgefallen. Außerdem war seit einiger Zeit das Dosierergebnis nicht zufrieden stellend. Die Ausfallursache des Dispensers war schnell gefunden: bei der Reinigung sind anscheinend größere Brocken der irgendwo ausgehärteten Lötpaste ins System gekommen, und haben eine Düse verstopft. Der ViscoTec Dispenser muss dann einen sehr hohen Druck aufbauen, dies führt mittelfristig zur Zerstörung des Bauteiles Stator. Während dieser Wartung erzählt der Bediener so nebenbei, dass seit einiger Zeit die Vakuum-Pumpe ‚wahrscheinlich’ nicht mehr funktioniert. Er hat sich darüber aber keine weiteren Gedanken gemacht, und von seinen Chefs ist er wohl auch nicht über Auffälligkeiten gefragt worden. Dabei wäre das so einfach gewesen: wenn Luft in der Paste ist, dann kann die Dosiergenauigkeit nicht stimmen, dies führt immer zu einer schlechten Genauigkeit, und/oder vor allem auch zu einem Nachtropfen an der Düse oder zur Unterbrechung der Raupe. Die Ursache war ein defekter Sicherheitsschalter und schnell gefunden. Kleine Ursache – große Wirkung: oft trifft dieser Spruch auf Probleme beim Dosieren zu. Eine Abdichtung für 20 Cent, die nicht dicht ist, verursacht oft Kosten von mehreren 1000 Euro. Und nichts fürchten wir so sehr, wie Luft im System oder im Produkt.
Ihr Georg Senftl